5 wahre Fakten zum Veganismus

5 wahre Fakten zum Veganismus

 

5 wahre Fakten zum Veganismus

5 wahre Fakten zum Veganismus

Als meine vegane Reise begann, stolperte ich über einige Themen, die mich zum nachdenken brachten. Ich fing an meine Essgewohnheiten zu reflektieren und zu hinterfragen. Zum Verständnis: Eine Gewohnheit ist ein Verhalten, welche sich im Alltag festgesetzt hat, weil wir sie regelmäßig wiederholen. Gewohnheiten werden zum festen Bestandteil unseres täglichen Lebens, über die wir nicht weiter nachdenken, sondern sie nur ausführen. Alles andere würde auch schlicht zu viel Energie kosten und wäre im Alltag nicht umsetzbar. Wenn Gewohnheiten zu unbewussten Handlung werden, nehmen wir sie nicht mehr wahr. Unser Gehirn automatisiert die Prozesse.

Wenn du mehr zum Thema Gewohnheiten lesen möchtest, empfehle ich dir das englischsprachige Buch „The power of habit“ von Charles Duhigg, in dem du nachlesen kannst, warum wir tun, was wir tun und wie man Gewohnheiten ändern kann.

Heute möchte ich aber über 5 wahre Fakten zum Veganismus schreiben und diese Fakten etwas nähre beleuchten. Themen, die dir sicher schon mal über den Weg gelaufen sind und genauso schnell wieder vergessen wurden, weil sie nicht Teil unserer täglichen Routine sind. Der Artikel soll dir helfen deine Gewohnheiten zu reflektieren.

In meinem letzten Artikel findest du  5 gute Gründe, warum es Sinn macht vegan zu leben. Dort schreibe ich über meine Gedanken zu Ethik, Gesundheit, die Umwelt und den Welthunger. Heute geht es um die dazugehörigen Fakten, die dir vielleicht so nicht bewusst waren! Lass uns also beginnen!


1. Verarbeitetes Fleisch kann Krebs (und andere Krankheiten) verursachen

Die Welt Gesundheit Organisation (WHO) äußert sich, dass basierend auf epidemiologischen Studien, der Verzehr von verarbeitetem Fleisch (inklusive Würste, Schinken, Pökelfleisch, konserviertes Fleisch sowie auf Fleisch basierende Produkte und Soßen) Dickdarmkrebs verursachen kann. Das meiste Fleisch, welches heutzutage produziert wird, stammt aus Massentierhaltung und ist stark verarbeitet, um damit den Geschmack zu verbessern (z.B. durch Einsalzen, trocknen, fermentieren, räuchern). 

Die Medien übermitteln ein Bild von Produkten und beeinflusst damit unser Gedankengut. Sie suggerieren, dass diese Produkte uns keinen Schaden zufügen, dass sie sogar gut für uns sind. Die Realität sieht anders aus. Wenn du das Tier nicht selbst aufgezogen, getötet und verarbeitet oder dich von den Bedingungen in Schlachthäuser und auf den Farmen mit eigenen Augen überzeugt hast, wird es nie eine Garantie dafür geben, dass du qualitativ hochwertige Lebensmittel zu dir nimmst. Das gilt natürlich nicht nur für tierische Lebensmittel, sondern ist allgemein gültig. Lass dich nicht von schönen Etiketten oder Werbesprüchen blenden, das ist pures Marketing. Denn irgendwie muss man die Produkte ja an den Mensch bringen. Schaue dir hierzu z.B. das Video von Kate Cooper zu den geheimen Marketingmethoden der Lebensmittelindustrie an. Sammle dazu unterschiedliche Informationen und ziehe dir dann die Quintessenz davon heraus. Nutze deinen Verstand!

2. Eine vegane Ernährung liefert (fast) alle nötigen Vitamine und Mineralien

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich keine Ernährungsberaterin bin und mein Erfahrung nicht die Meinung eines Spezialisten ersetzt. Jeder Körper ist individuell und funktioniert etwas anders. Wenn du unsicher bist, kontaktiere bitte einen Arzt oder einen Ernährungsberater, von dem du dich beraten lassen kannst. Hier teile ich lediglich MEINE Erfahrung mit dir, die ich über die Jahre gesammelt habe!

Viele Menschen fürchten sich vor einer tierproduktfreien Ernährung, weil sie denken, eine solche Ernährungsweise könnte ein Defizit an wichtigen Vitaminen und Mineralien herbei führen. Aus meinem 5 jährigen Dasein ohne tierische Produkte, kann ich sagen, dass eine ausgewogenen pflanzliche Ernährung für mich sehr gut funktioniert. Einmal im Jahr lasse ich ein großes Blutbild anfertigen, mit dem ich die Entwicklung nachvollziehen kann. Ich habe festgestellt, dass sich meine Werte über die Jahre sogar immer weiter verbessert haben. Den letzten Test habe ich im Januar 2019 gemacht und er spiegelt wieder, dass ich mich großartig fühle.

Notwendige Nahrungsergänzung 

Neben einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung empfehle ich JEDEM IMMER Vitamin B12 und D3 in Kombination mit K2 einzunehmen. B12 ist wichtig für etliche Stoffwechselvorgänge und ein Mangel kann dem Körper irreparable Schäden zufügen. D3 ist das Sonnenvitamin. Sonnenlicht ist die wichtigste natürliche Quelle, um Vitamin D3 zu tanken. Jedoch müsste die Sonne Tag ein Tag aus, auch im Winter direkt auf den nackten Körper treffen, damit das Vitamin vollständig aufgenommen wird. K2 hilft dabei, dieses Vitamin an die richtigen Stellen im Körper zu transportieren. Deshalb ist es auch für Nichtveganer ratsam, das Vitamin regelmäßig einzunehmen. B12 steckt zwar in tierische Produkte, wird aber durch erhitzen (z.b. kochen, grillen…) zerstört und wird dadurch nutzlos. Somit besteht unwissenderweise in der omnivoren Welt häufig ein Vitamin B12 Mangel.

Informieren schadet nicht, sich nicht zu informieren manchmal schon

Bei den genannten Vitaminen ist es wichtig, darauf zu achten, dass keine unnötigen Trägerstoffe im Produkt sind. Die von mir verwendeten Produkte beinhalten beispielsweise Olivenöl als Träger, was völlig unbedenklich ist.

Sich etwas mit der Thematik bezüglich Vitaminen und Mineralien zu befassen, kann einem Mangel vorbeugen und hat im ersten Moment nichts damit zu tun, ob man sich nun rein pflanzlich ernährt oder auch tierische Produkten auf dem Speiseplan stehen. Achte auf einen gesunden Körper, denn nur so kannst du dein volles Potential entfalten!

3. Jedes Jahr werden weltweit mehr als 150 Milliarden Tiere umgebracht

Eine Zahl, die wir uns nur sehr schwer vorstellen können. Verrückt klingt sie, wie ich finde! Und sie ist nur auf an Land lebende Tiere bezogen. 25 Millionen Nutztiere werden täglich und 4000 in einer Sekunde für unseren Speiseplan umgebracht. Um die Zahl noch etwas zu verdeutlichen und sichtbarer zu machen, möchte ich dazu diesen Live Counter verlinken, der die getötet Tiere pro Sekunde zählt. Diese Seite bedarf keiner weiteren Worte.

An dieser Stelle möchte ich noch abschliessend ein Zitat von Sir Paul McCartney teilen, welches zum Nachdenken anregen soll:

“Wenn Schlachthäuser aus Glas wären, würde jeder Vegetarier werden“.

4. Eine Milchkuh MUSS schwanger sein um Milch zu produzieren

Wusstest du, dass die Milchkuh schwanger sein und ein Kalb gebären muss, damit sie Milch gibt? Eine Kuh ist ein Säugetier und erfüllt somit die gleichen Vorraussetzungen zur Milchproduktion, wie wir Menschen. Frauen können nur Milch produzieren, wenn sie schwanger sind und ein Kind gebären. Genauso ist es bei Kühen. Um die Unmengen an Milch zu produzieren, welche in unserer Gesellschaft konsumiert werden, muss eine Milchkuh Dauerschwanger gehalten werden, um das Soll zu erfüllen. Alleine in Deutschland gibt es 4,2 Mio. Milchkühe.

Das frisch geborene Kalb wird von der Mutter entfernt und mit einem Muttermilchersatz gefüttert. Da die Milchindustrie von den weiblichen Kälbern lebt, werden die männlichen zum Abfallprodukt. Würde der Bauer das Kalb aufziehen, wäre das ein Verlustgeschäft für ihn. Somit ist es wirtschaftlicher für den Bauer, wenn er das Kalb entweder tötet und entsorgt oder zur Schlachtung weiterverkauft. 

Wenn die Menschheit in die Natur eingreift

Die Lebensspanne einer Milchkuh beträgt 4-6 Jahre, die natürliche hingegen 15-20 Jahre. Das bedeutet, dass nicht nur die für Kälber vorgesehene Milch für den eigenen Konsum verwendet wird, sondern auch die Lebensdauer der Tiere dadurch um viele Jahre gewaltsam verkürzt wird.

Wenn du jetzt auch so schockiert von diesen Fakten bist, wie ich es damals war, kannst du dich gerne mal durch die Welt der pflanzlichen Milchalternativen probieren. Bei den Sorten Soja, Hafer, Mandel, Kokosmilch und noch unzähligen mehr, findest du sicher eine tierleidfreie Version, die auch dir schmeckt. Hier gilt auf ungesüßte Varianten zu achten. Generell gilt für alle auf dem Markt verfügbaren Produkte: je kürzer die Zutatenliste ist, desto besser ist das Produkt. Falls du eine Variante probierst, die dir nicht schmeckt, kannst du sie immer noch zum backen verwenden oder weiter verschenken. Also nicht wegwerfen!

5. Es bedarf ca. 15 000 Liter um 1 kg Fleisch zu produzieren

15 000 Liter Wasser passen in ca. 50 Badewannen, wenn man von einem Standard Fassungsvermögen von 300 Liter pro Badewanne ausgeht. Im Vergleich dazu braucht es 1500 Liter Wasser um 1 kg Weizen zu produzieren. WOW! Das Wasser, welches für die Viehzucht gebraucht wir, wäre besser in Anbauflächen für mehr Weizen-, Gemüse-, und Hülsenfrüchteanbau investiert. So könnte sicher auch der Welthunger reduziert werden. Bei diesem Fakt ist es mir wichtig bewusst zu machen, dass ca. 50% der Lebensmittel, die wir in einem Jahr produzieren weggeworfen werden. Um ehrlich zu sein, klingt das nicht sehr wirtschaftlich und fair für mich.

Fazit

Die oben aufgeführten Punkte haben mich damals sehr zum Nachdenken angeregt und mich dazu gebracht, meine eingefahrenen Gewohnheiten zu überdenken und anzupassen. Mir ist klar geworden, dass ich in den letzten Jahren nicht alles optimal gestaltet habe. Jedoch habe ich durch dieses „klar werden“ auch etwas dazu gewonnen: BEWUSSTSEIN!

Es ist nicht einfach eingefahrene Gewohnheiten zu ändern, sei der Hinderungsgrund Bequemlichkeit oder vielleicht sogar Angst vor Veränderungen. Die Gewohnheiten ändern sich auch nicht über Nacht, sondern es ist ein Prozess, eine Reise im eigenen Tempo. Aber gehst du den Schritt, wirst du von den positiven Auswirkungen profitieren. Beginne deine Veränderung mit kleinen Schritten. Vielleicht magst du ausprobieren, wie du dich fühlst, wenn du in einer Woche die Milchprodukte von deinem Speiseplan streichst, die nächste Woche dann die Eier weglässt usw.

50, 60, 70% ETWAS zu tun ist schon besser als 100% NICHTS zu tun. Der Weg, den du gehst, lehrt dich viele Lektionen. Dann wirst du irgendwann den Punkt erreichen, wo du feststellst, dass du tierische Produkte nicht brauchst, um einen genussvollen und ausgewogenen Speiseplan zu gestalten. Du musst es nur wollen und lernen, wieder auf deinen Körper zu hören!

Veränderungen zulassen

Eine Veränderung in eine pflanzenbasierte Richtung kann nicht nur das Leid der Tiere und den Welthunger eindämmen, sondern auch deine eigene Gesundheit auf ein neues Level bringen. In einer Welt von Konsum und Profit finde ich es nicht schlimm, auch mal einen Schritt zurück zu gehen, runterzufahren und zu überlegen, ob der Weg, den wir die letzten Jahrzehnte gewählt haben und der Preis, den wir in Zukunft dafür bezahlen (sei es gesundheitlich oder umwelttechnisch), im Verhältnis stehen.

Informiere dich und sammle Wissen, nutze dein Köpfchen dafür, bleib dabei wachsam und kritisch und dann entscheide, ob du wirklich den Preis zahlen möchtest.

Fortsetzung folgt… 

Möchtest du wissen, wie die Serie weitergeht? Im nächsten Artikel bekommst du 5 Tipps wie du eine tierproduktfreie Ernährung startest.

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Patricia 

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